Sicherheit

Let’s Encrypt: Einige veraltete Geräte bald nicht mehr kompatibel

Am 30. September 2021 tritt eine Änderung in Kraft, durch die bestimmte nicht aktualisierte Geräte Let's-Encrypt-Zertifikate nicht mehr authentifizieren können. Eine Einordnung.

Let's Encrypt informiert per E-Mail und in seiner Dokumentation (auf Englisch) über diese Änderung. Die Mitteilung ist jedoch auf Englisch verfasst und kann für alle, die sich mit der Funktionsweise von TLS-Zertifikaten nicht im Detail auskennen, recht unverständlich wirken.

Was ist Let's Encrypt?

Let's Encrypt ist eine Zertifizierungsstelle. Die von ihr kostenlos ausgestellten Zertifikate ermöglichen es jedem, eine Website über HTTPS zu betreiben und SSL/TLS-Verbindungen zu allen seinen Diensten (E-Mail, FTP usw.) herzustellen. Diese Verbindungen sind verschlüsselt und damit sicher – sie schützen vor Eindringlingen im Netzwerk, die sonst den Inhalt Ihrer Verbindungen mitlesen könnten.

Was sind CAs und wo liegt das Problem?

Damit Ihr Gerät einem Zertifikat vertraut, muss eine CA (Certificate Authority) die Legitimität der ausstellenden Stelle bestätigen. Und diese CA muss im Betriebssystem des Geräts (Windows, Linux, Mac OS, Android, iOS) hinterlegt sein. CAs haben jedoch ein Ablaufdatum von einigen Jahren und müssen daher regelmäßig aktualisiert werden.

Ursprünglich nutzte Let's Encrypt die CA „DST Root CA X3“, die eine sehr breite Unterstützung ermöglichte. Diese CA wurde bereits durch „ISRG Root X1“ ersetzt, beide sind aber weiterhin verfügbar. Die anstehende Änderung betrifft also den Ablauf der alten CA „DST Root CA X3“ am 30. September 2021.

Auch wenn Let's Encrypt alles daransetzt, die Kompatibilität mit älteren Geräten so weit wie möglich zu erhalten (auf Englisch), werden die ältesten Geräte inkompatibel.

Welche Geräte sind betroffen?

Aus den von den verschiedenen Betriebssystemen unterstützten CAs lässt sich ableiten, welche bald nicht mehr kompatibel sein werden. Da die betroffenen Geräte recht alt sind, dürften nur wenige Nutzer überhaupt eine Änderung bemerken.

Für diese Änderung ist künftig mindestens Folgendes erforderlich:

  • Windows: XP SP3
  • macOS: 10.12.1 (Sierra)
  • Android: 2.3.6
  • iPhone: iOS 10 (iPhone 5 und neuer)
  • Linux: Ubuntu 16.04 / Debian 8 (mit aktualisierten ca-certificates-Paketen)
  • Firefox: 50.0
  • Java: 8u141, 7u151

Zu den bekanntesten inkompatiblen Geräten und Programmen gehören:

  • Android: Versionen unter 2.3.6, Cyanogen v9 und älter, Jolla Sailfish OS unter v1.1.2.16
  • Kindle: unter v3.4.1
  • Blackberry: unter 10.3.3
  • PlayStation: PS4 unter 5.0
  • Nintendo: 3DS
  • Software: Windows Live Mail 2012

Fazit

Nicht aktualisierte Geräte, die demnächst inkompatibel werden, sind grundsätzlich unsicher und sollten ohnehin nicht mehr für private oder berufliche Anwendungen genutzt werden, bei denen Ihre Daten im Spiel sind. Wenn Sie eines dieser Geräte zum Surfen im Internet verwenden, ist das ein hervorragender Grund, vor dem 30. September 2021 über ein Update oder einen Austausch nachzudenken.

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